Candidose/Pilzerkrankung

Eine Candidose ist eine Pilzerkrankung, die vor allem durch den weit verbreiteten Hefepilz Candida albicans verursacht wird. Sie wird auch Candida-Mykose oder Soor genannt. Pilze wie Candida albicans befinden sich auf der Haut und den Schleimhäuten jedes Menschen – das ist vollkommen normal.

Manchmal nehmen sie aber überhand, zum Beispiel wenn die Abwehrkräfte des Körpers geschwächt sind. Bei Frauen kommt die Candidose häufiger vor als bei Männern. Betroffen sind vor allem die Schamlippen und die Scheide. Bei Männern befallen die Pilze vor allem die Eichel und die Vorhaut.

Bei Menschen mit Immunschwäche, zum Beispiel durch HV, können auch die Mund- und Rachenschleimhaut sowie die Speiseröhre befallen werden. Verursacht eine Pilzerkrankung Blutungen in der Scheide oder an der Vorhaut, ist das Risiko der Übertragung von HIV erhöht. HIV-Negative mit einer Candidose haben ein höheres Risiko, sich mit HIV zu infizieren, weil Entzündungen dem Virus das Eindringen in den Körper erleichtern.                

Verlauf
Bei einem Pilzbefall entstehen Entzündungen der Haut oder der Schleimhaut. Die Schleimhaut rötet sich, und es bilden sich weißliche bis gelbliche Beläge. Die erkrankten Schleimhäute jucken stark. Sind die Schamlippen und die Scheide betroffen, kommt ein weißlicher Ausfluss hinzu.

Ist die Haut betroffen, zum Beispiel unter den Brüsten oder Achseln, entstehen großflächige, juckende Rötungen, Bläschen und kleine Hautfetzen.

Übertragung
Normalerweise spielt die Übertragung von Mensch zu Mensch keine Rolle, weil der Pilz sowieso schon auf der Haut des Menschen lebt. Wenn die Erkrankung aber stark ausgeprägt ist, können die Pilze zusätzlich beim Sex weitergegeben werden und bei der Partnerin beziehungsweise dem Partner ebenfalls zu einer Erkrankung führen. Meistens passiert das beim ungeschützten Geschlechtsverkehr zwischen Mann und Frau.

Besonders anfällig sind unter anderem Menschen mit HIV und Diabetes, Krebskranke unter Strahlen- oder Chemotherapie und Schwangere. Auch wer sich einer Antibiotika- und Cortisontherapie unterzogen hat, kann besonders anfällig sein, weil diese Medikamente bestimmte Bakterien auf Schleimhäuten abtöten, die normalerweise gegen Pilze aktiv sind.

Schutz
Kondome verringern das Risiko einer sexuellen Übertragung.

Diagnose
Es wird ein Abstrich gemacht, der dann unter dem Mikroskop untersucht wird.

Therapie
Gegen Pilze gibt es Medikamente, die normalerweise in Form von Cremes, Gels oder Zäpfchen auf die befallenen Haut- und Schleimhautbereiche aufgebracht werden. Bei Pilzbefall innerhalb des Körpers – zum Beispiel in der Speiseröhre – gibt es auch die Möglichkeit, Tabletten einzunehmen oder das Medikament per Infusion zu verabreichen.

Wenn der Penis, die Schamlippen oder die Scheide betroffen sind, sollte man bis zur Heilung der Pilzerkrankung auf Sex verzichten. Um einen Pingpong-Effekt zu vermeiden, sollten sich auch Partnerinnen und Partner untersuchen und gegebenenfalls behandeln lassen.