Hepatitis A und B

Hepatitis ist eine Leberentzündung und wird durch Viren ausgelöst, die man sich auch beim Sex einfangen kann. Gegen die beiden häufigsten Hepatitis-Typen, Hepatitis A und B, kannst du dich impfen lassen.

Hepatitis-A-Viren werden über den Darm ausgeschieden und über den Mund aufgenommen, meistens über verunreinigtes Wasser (auch Eis!) oder verschmutzte und nicht ausreichend erhitzte Lebensmittel wie zum Beispiel Muscheln oder Salat. Aber auch beim Sex fängt man sich den Erreger schnell ein, zum Beispiel beim Arschlecken oder indirekt, wenn Finger nach Kontakt mit dem Loch, einem benutzten Kondom oder Dildo oder mit einem gemeinsam verwendeten Gleitmitteltopf zum Mund wandern.

Hepatitis-B-Viren finden sich vor allem im Blut, aber auch in anderen Körperflüssigkeiten. Sie sind extrem infektiös und können sehr leicht beim Sex übertragen werde, bei kleinen Blutungen im Mund und bei hoher Viruslast sogar durch Küssen. Auch beim Drogenkonsum (zum Beispiel beim gemeinsamen Gebrauch von Röhrchen zum Sniefen), beim Tätowieren und Piercen und bei gemeinsamer Benutzung oder Verwechslung von Zahnbürsten, Rasierzeug oder Ähnlichem sind Übertragungen möglich.

Wie sich Hepatitis A und B zeigen
Eine Hepatitis bleibt häufig unbemerkt oder wird nicht gleich erkannt, weil manchmal keine Symptome auftreten und die Beschwerden in den anderen Fällen oft nur leicht sind und mit denen einer Grippe verwechselt werden können: leichtes Fieber, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen und Übelkeit. Oft verspürt man einen Widerwillen gegen fettreiche Lebensmittel und Alkohol. Ebenfalls typisch sind Bauch- und Gelenkschmerzen. Eher selten färben sich Haut und Augen gelb („Gelbsucht“), der Urin wird dunkel und der Stuhl hell. Eine Hepatitis A heilt immer aus, eine Hepatitis B wird in etwa 5–10 % der Fälle chronisch, bei HIV-Positiven häufiger. Bei einer unbehandelten chronischen Hepatitis B kann es zu einem aggressiven Verlauf mit zunehmender Einschränkung der Leberfunktion, bei langer Dauer oft zu einer Leberzirrhose mit bleibenden Leberschäden kommen. Aus einer Leberzirrhose kann sich ein Leberzellkrebs entwickeln.

Behandlung
Eine Therapie gegen das Hepatitis-A-Virus gibt es nicht. Allenfalls können die Symptome behandelt werden. Nach zwei bis sechs Wochen klingen die Beschwerden ab, und von nun an bist du gegen diese Krankheit immun. Auch für eine akute Hepatitis B gibt es keine spezielle Therapie; sie heilt meist ebenfalls nach einiger Zeit ab. Bei einer chronischen Hepatitis B können Medikamente eingesetzt werden, um die Krankheit zu heilen oder zumindest die Virusvermehrung und damit das Fortschreiten der Krankheit zu unterbinden. Die Behandlung kann langwierig und mit einigen Nebenwirkungen verbunden sein.

Schutz durch Impfung
Kondome verringern das Risiko einer Ansteckung nur wenig. Willst du auf Nummer sicher gehen, lass dich am besten gegen Hepatitis A und B impfen. Wenn du schon mal eine Hepatitis A oder B durchgemacht hast, bist du ebenfalls vor einer erneuten Ansteckung geschützt.

Impfen lassen kannst du dich beim Arzt. Wenn du angibst, dass du wechselnde Sexpartner hast, ist das sogar umsonst. In der Regel bekommst du innerhalb eines halben Jahres dreimal eine Spritze. Vier Wochen nach der letzten Impfung wird der Impferfolg mit einer Blutprobe kontrolliert. Daran unbedingt denken! 

Gefahrenquellen für Hepatitis A:

  • unzureichend gewaschenes Obst und Gemüse
  • verunreinigtes Trinkwasser
  • rohe bzw. nicht ausreichend gekochte Meeresfrüchte
  • Arschlecken
  • Kontakt mit benutzten Kondomen und Dildos
  • gemeinsam verwendete Gleitmitteltöpfe

Gefahrenquellen für Hepatitis B:

  • kleine Blutungen im Mund
  • bei hoher Viruslast auch durch Küssen
  • gemeinsames Benutzen von Röhrchen beim Sniefen (Drogenkonsum)
  • Tätowieren und Piercen
  • gemeinsames benutzen oder verwechseln von Zahnbürsten, Rasierzeug oder Ähnlichem