Schutz durch Therapie

Die Safer-Sex-Regeln kennen wir alle: "Ficken nur mit Kondom" und "Beim Blasen: Raus, bevor es kommt!" Neu ist: Auch die HIV-Therapie eines positiven Partners kann die Übertragung verhindern - genauso zuverlässig wie Kondome. Wenn dauerhaft keine HI-Viren im Blut nachweisbar sind, ist eine Infektion sehr unwahrscheinlich. Während ein Kondom einfach jeder selbst anwenden kann, ist hier allerdings Reden angesagt und es gehört Vertrauen dazu. Deshalb empfehlen wir die so genannte Viruslastmethode (Schutz durch Therapie) auch hauptsächlich mit vertrauten Personen, denn letztlich kommt es hierbei darauf an, wie du deinem (Sex-)Partner vertraust.

HIV-Medikamente unterdrücken die HIV-Vermehrung – im Blut, Sperma und in der Analschleimhaut sind dann so gut wie keine Viren mehr nachweisbar. Eine Ansteckung wird dadurch sehr unwahrscheinlich.

Entscheidend ist die regelmäßige Medikamenteneinnahme: Bei einer mehrtägigen Unterbrechung steigt in der Regel die Zahl der Viren im Blut schnell wieder an - etwas später dann auch in den Körperflüssigkeiten.

Erhöhen andere sexuell übertragbare Infektionen das Risiko beim "Schutz durch Therapie"? Wahrscheinlich nur unwesentlich. Doch in diesem Punkt ist sich die Fachwelt noch nicht ganz einig. Umstritten ist zum Beispiel die Frage, ob etwa bei einer frischen Syphilis das Risiko doch zu stark steigen könnte, da die Syphilis die Zahl der HI-Viren im Körper erhöhen kann.