Zero Discrimination Day - #PeopleFirst
Am Zero Discrimination Day, dem 1. März, feiern wir das Recht eines jeden Menschen auf ein erfülltes und produktives Leben in Würde.
In diesem Jahr lenkt UNAIDS den Blick auf die anhaltende Diskriminierung, der Menschen mit HIV oder Personen mit einem erhöhten HIV-Risiko ausgesetzt sind – eine Diskriminierung, die den Zugang zu Gesundheitsdiensten untergräbt, Rechte verletzt und den Fortschritt behindert, AIDS bis 2030 zu beenden.
Der diesjährige Zero Discrimination Day betont die Notwendigkeit, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen (People First).
Die Beweise sind eindeutig: HIV-bezogene Stigmatisierung und Diskriminierung gefährden Leben. Basierend auf Daten von mehr als 30.000 Menschen mit HIV aus 25 Ländern bleiben Stigmatisierung und Diskriminierung allgegenwärtige Barrieren für den Zugang zu Gesundheit, Würde und Menschenrechten.
Laut dem globalen Bericht des „People Living with HIV Stigma Index 2.0“ berichtet fast jeder Vierte davon, von anderen stigmatisiert zu werden – auch im Gesundheitswesen, wo Diskriminierung das Vertrauen zerstört und den Zugang zu lebensnotwendigen Diensten erschwert. Zudem verspüren 85 % der Menschen mit HIV internalisierte Stigmatisierung. Viele ändern ihr Verhalten – sie verheimlichen ihren HIV-Status oder brechen ihre Behandlung ab – aus Angst vor Ablehnung und Verurteilung. Diese Ergebnisse bestätigen, dass HIV-Stigmatisierung kein Randaspekt ist; sie ist ein Hindernis auf dem Weg, AIDS bis 2030 zu besiegen.
ZAHLEN SPRECHEN LAUTER ALS WORTE
- 1 von 4 erlebte Diskriminierung bei der Inanspruchnahme allgemeiner medizinischer Versorgung: Gesundheitseinrichtungen – Orte, die heilen sollen – werden zu Quellen von Angst und Ablehnung.
- 24 % haben im letzten Jahr Diskriminierung in ihrem sozialen Umfeld erfahren: Verbale Belästigungen sowie der Ausschluss von Familien- und Gemeinschaftsaktivitäten sind weiterhin an der Tagesordnung.
- 38 % schämen sich für ihre HIV-Infektion: Interne Stigmatisierung isoliert die Betroffenen und hindert sie daran, die Unterstützung zu suchen, die sie benötigen.
- 85 % erleben eine Form von internalisierter Stigmatisierung: Vom Verheimlichen des Status bis hin zu Gefühlen der Wertlosigkeit – die psychische Belastung ist immens.
Für Frauen und Mädchen, die mit HIV leben oder davon betroffen sind, überschneiden sich geschlechtsspezifische Ungleichheiten mit HIV-bezogener Stigmatisierung. Reproduktive Nötigung, Misshandlung und Missbrauch sind weit verbreitete Ausdrucksformen von Diskriminierung im Gesundheitswesen. Eine Datenauswertung von 26.502 Frauen mit HIV aus 23 Ländern zeigt, dass Frauen in jedem einzelnen dieser Länder angaben, in den letzten 12 Monaten irgendeine Form von Zwang erfahren zu haben. Intersektionale Diskriminierung beeinflusst zudem den Zugang zu Justiz und anderen Diensten sowie das Gemeinschafts- und Familienleben.
Diskriminierung führt weiterhin dazu, dass:
- Menschen davon abgehalten werden, einen HIV-Test zu machen.
- Menschen keine Präventionsdienste (inkl. PrEP) in Anspruch nehmen.
- Der Zugang zu Behandlungen gestoppt wird.
- Menschen von Gesundheitsdiensten vertrieben werden.
- Grundlegende Menschenrechte verweigert werden.
- Die AIDS-Epidemie weiter angeheizt wird.
WAS SICH ÄNDERN MUSS
- Diskriminierende Gesetze abschaffen: Länder müssen Gesetze eliminieren, die Menschen mit HIV kriminalisieren oder schädigen – einschließlich Gesetze gegen Sexarbeit, Drogenkonsum oder gleichgeschlechtliche Beziehungen.
- Rechte auf Gesundheitsversorgung schützen: Vertraulichkeit gewährleisten, Schulungen für Personal intensivieren und Null-Toleranz-Strategien gegen Diskriminierung umsetzen.
- Stigmatisierung in der Gesellschaft bekämpfen: Mythen entlarven und N=N (Nicht nachweisbar = Nicht übertragbar) fördern, um Empathie und Verständnis aufzubauen.
- Community-basierte Antworten unterstützen: Organisationen fördern, die von Menschen mit HIV geleitet werden, und deren Teilhabe an politischen Entscheidungen sichern.
Am 1. März 2026 ruft UNAIDS Regierungen, Arbeitgeber und Einzelpersonen dazu auf, auf die Stimmen der Betroffenen zu hören. Niemand darf sich aufgrund seines HIV-Status „minderwertig“ fühlen.
Was du machen kannst:
- Erfolge sichern: Finanzierung für Menschenrechte schützen und diskriminierungsfreie Praktiken institutionalisieren.
- An der Seite der Communities stehen: Community-geführte Organisationen unterstützen und als Partner behandeln.
- Fakten teilen: In sozialen Medien und am Arbeitsplatz verbreiten, dass HIV eine medizinische Diagnose ist, kein moralisches Versagen, und dass Menschen mit HIV ein langes, gesundes und würdevolles Leben führen können.
Quelle: unaids.org
#PeopleFirst #ZeroDiscriminationDay
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