PrEP

PrEP Pille

Kurz und knapp:
PrEP - Prä-Expositions-Prophylaxe ist eine weitere Schutzstrategie, um eine HIV-Infektion zu verhindern und meint eine „Vor-Risiko-Vorsorge“. Wenn du HIV-negativ bist, kannst du ein Medikament einnehmen, welches eine Ansteckung mit HIV verhindert. Bevor du mit der PrEP startest, solltest du Dich unbedingt eingehend beraten lassen. Da die PrEP nur für HIV-Negative in Frage kommt, ist es sinnvoll, zu Beginn und danach alle drei Monate einen HIV-Test zu machden und zusätzlich die Nierenwerte zu überprüfen. Schließe anfangs auch aus, dass du eine unentdeckte Infektion mit Hepatitis B hast. Lass dich hierzu montags zwischen 16:00 und 20:00 Uhr bei Hein & Fiete beraten!

Was bedeutet PrEP?
"PrEP steht für "Prä-Expositions-Prophylaxe" und bedeutet eine "Vor-Risiko-Vorsorge". Es ist eine Präventionsstrategie, bei der sich ein HIV-Negativer durch die regelmäßige Einnahme eines bestimmten Mediakments vor einer Ansteckung mit HIV schützen kann.
Die PrEP wird manchmal verwechselt mit der PEP (Post-Expositions-Prophylaxe). Bei der PEP startet man kurz nach einem HIV-Risiko damit, Medikamente für einen Zeitraum von vier Wochen einzunehmen, um eine Infektion noch zu verhindern.

Wie funktioniert die PrEP?
Das PrEP-Medikament enthält die beiden Wirkstoffe Emtricitabin und Tenofovirdisoproxil, die verhindern, dass sich das HI-Virus in bestimmten Zellen des Immunsystems vermehren kann und es so zu einer Infektion kommt, selbst wenn das Virus in den Körper gelangt. Man bleibt also HIV-negativ.

Für wen ist die PrEP?
Die PrEP kommt für alle in Frage, die ein substantielles HIV-Risiko haben. Wenn du Sex mit wechselnden Partnern hast, wenn bei dir in der letzten Zeit mal eine STI aufgetreten ist, wenn du beim Analverkehr immer mal wieder keine Kondome benutzt, wenn dein Sexpartner HIV-positiv ist, aber nicht behandelt wird, oder wenn du zum Sex Substanzen konsumierst, könnte die PrEP eine Option für dich sein.

Schützt die PrEP auch vor anderen Geschlechtskrankheiten?
Nein. Gegen Syphilis, Tripper, Chlamydien- und andere Infektionen bietet die PrEP keinen Schutz. Hier können Kondome bedingt schützen.

Wie starte ich mit der PrEP, was muss ich beachten?

Prep-Check- Verlauf
PrEP-Ablauf
  • Die wichtigste Voraussetzung für den Start der PrEP ist, dass du HIV-negativ bist. Damit vor der Einnahme der PrEP sicher ausgeschlossen werden kann, dass du HIV-positiv bist, ist ein HIV-Test erforderlich (HIV-Antikörper/Antigen-Kombinationstest).
  • Am Anfang steht ein ausführliches, individuelles Beratungsgespräch. Das kannst du gerne hier bei Hein & Fiete machen, jeden Montag von 16 bis 20 Uhr. Das ist anonym und ohne Voranmeldung möglich.
  • Es sollten auch Tests auf Hepatitis B und C durchgeführt werden. (Wenn nicht schon geschehen, lass dich gegen Hepatitis A und B impfen.)
  • Wichtig ist auch ein Check der Nierenfunktion („Kreatinin-Clearance“). Dies erfolgt ebenfalls mithilfe eines Bluttests. So kann von Anfang an gesehen werden ob du bereits Probleme hast mit den Nieren und dies erst weiter geprüft werden muss. Zeitgleich dient der Wert vor dem Beginn mit der PrEP als Vergleichswert mit späteren Nierenwerten. Auch so kann geprüft werden, ob die PrEP sich auf deine Nieren schädlich auswirkt.
  • Wenn du mehrere Sexpartner hast, ist es sinnvoll, auch einen Test auf Syphilis, Gonokokken und Chlamydien durchführen zu lassen.
  • Ist alles in Ordnung, bekommst du ein Rezept für eine Dosis für 4 Wochen.
  • 3-4 Wochen nach dem Start der PrEP wird der Arzt nochmal einen HIV-Test durchführen, um die diagnostische Lücke seit der letzten Risikosituation sicher schließen zu können. Zusätzlich werden die Nieren getestet, um zu sehen, ob es Veränderungen gibt, die einen Abbruch bzw. die Unterbrechung der PrEP notwendig machen.
  • Wenn alles in Ordnung ist, gibt es wieder ein Rezept, nun für eine Dosis von 90 Tagen.
  • Danach genügt es, alle drei Monate einen Test auf HIV, andere STIs und Kreatinin zu machen.

Welche (Schwerpunkt-) Ärzte sind mit der PrEP vertraut?

  • Dr. med. Dirk Berzow, Schäferkampsallee 56 – 58, 20357 Hamburg, Tel. 040 - 404711, info@praxis-eimsbuettel.de
  • Infektiologie am Ambulanzzentrum des UKE, Dr. med. Olaf Degen, Dr. med. Guido Schäfer, Dr. med. Till Koch, Martinistraße 52, Haus O28, 20246 Hamburg, Tel. 040 - 7410 - 52831, prep@uke.de
  • Infektionsmedizinisches Centrum Hamburg Grindel, Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Stellbrink, Dr. med. Stefan Fenske, Dr. med. Thomas Buhk, Grindelallee 35, 20146 Hamburg, Tel. 040 - 4132420, grindel@ich-hamburg.de
  • Institut für interdisziplinäre Medizin (ifi), Prof. Dr. med. Andreas Plettenberg, Dr. med. Albrecht Stoehr, Dr. med. Karen Olah, Stefan Unger, Thore Lorenzen, Asklepios Klinik St. Georg, Haus L, Lohmühlenstraße 5, 20099 Hamburg, Tel. 040 - 28407600, info@ifi-medizin.de
  • Josef Stuch, Ida-Ehre-Platz 12, 20095 Hamburg, Tel. 040 - 37510060
  • Stefan Linnig, Dr. Thore Lorenzen, Dr.Anett Wywiol, Dammtorstraße 27, 20354 Hamburg, Tel. 040 - 35715638, www.dammtorpraxis.de

Folgende Praxen nehmen zurzeit keine PrEP-Klienten mehr auf:

  • Infektionsmedizinisches Centrum Hamburg Stadtmitte, Dr. med. Axel Adam, Prof. Dr. med. Christian Hoffmann, Stefan Hansen, Dr. med. Michael Sabranski, Dr. med. Knud Schewe, Glockengießerwall 1, 20095 Hamburg, Tel. 040 - 28004200, stadtmitte@ich-hamburg.de

Wie wird die PrEP eingenommen?
Die empfohlene Einnahme sieht vor, jeden Tag eine Tablette zu nehmen, am besten alle 24 Stunden zusammen mit einer Mahlzeit. Nach ein paar Tagen hat sich dann ein ausreichender Wirkstoffspiegel im Körper gebildet. Dieser Wirkspiegel bleibt konstant, wenn man jeden Tag eine Tablette nimmt. Will man die PrEP-Einnahme beenden, sollten die Tabletten noch zwei weitere Tage nach dem letzten Sex eingenommen werden, um den Wirkspiegel zu verlängern. Mehr zur täglichen Einnahme findest du hier.

Nicht für alle Menschen kommt eine tägliche Einnahme in Frage, so dass sie auf ein anderes Einnahmeschema zurückgreifen möchten ("anlassbezogene PrEP"). Mehr zur anlassbezogenen Einnahme findest du hier.

Welche Nebenwirkungen gibt es?
Die meisten Menschen vertragen das Medikament gut und spüren keine oder kaum Nebenwirkungen. Als mögliche Nebenwirkungen können zu Beginn der Einnahme leichte Kopfschmerzen, Übelkeit, Magenverstimmung oder Duchfall auftreten, die aber nach ein paar Tagen von alleine wieder verschwinden sollten. Daneben kann die Einnahme der PrEP einen Einfluss auf die Nierenfunktion haben. Für gesunde Menschen stellt das in der Regel kein Problem dar. Um festzustellen, ob mit den Nieren alles in Ordnung ist, wird zu Beginn und im Verlauf der PrEP mit einem Bluttest auch nach der Nierenfunktion geschaut.

Wozu regelmäßige HIV-Tests?
Wenn die PrEP nicht richtig durchgeführt wird, kann es zu einer HIV-Infektion kommen. Wird die Infektion dann nicht schnell festgestellt, kann HIV gegen die Wirkstoffkombination resistent (unempfindlich) werden. Das Medikament kann dann zur Behandlung der HIV-Infektion nicht mehr eingesetzt werden. Wichtig ist daher, unmittelbar vor dem Start der PrEP sowie im weiteren Verlauf mindestens alle 3 Monate einen HIV-Test durchführen zu lassen. Wenn du mehrere Sexpartner hast, ist es sinnvoll, regelmäßig auch einen STI-Check durchführen zu lassen, damit diese meist bakteriellen Infektionen schnell beahndelt werden können.

Wie bekomme ich die PrEP und wer übernimmt die Kosten dafür?
Als versicherter einer gesetzlichen Krankenkasse:
Seit 1. September 2019 werden alle notwendigen Kosten für die PrEP von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Möglich ist dies allerdings nur bei Ärzten/Ärztinnen, die sich mit der Behandlung von HIV-Patienten/Patientinnen und/oder mit der PrEP auskennen (siehe oben bzw. auf prep.jetzt und auf der Homepage der dagnä). Die Kostenübernahme für Menschen ab 16 Jahren beinhaltet die Beratung, die dazugehörigen Begleituntersuchungen inkl. STI-Tests alle drei Monate und das Medikament, für das du ein Kassenrezept bekommst. Dieses Kassenrezept kannst du in jeder Apotheke einlösen und zahlst, wenn du nicht davon befreit bist, die übliche Rezeptgebühr in Höhe von 5 bis 10 Euro.

Als Versicherter einer privaten Krankenkasse:
Die privaten Krankenversicherungen sind nicht verpflichtet, die Kosten zu übernehmen. Deshalb können hier unterschiedliche und individuelle Regelungen existieren, die du mit deiner privaten Krankenversicherung klären solltest. Es ist dir allerdings weiterhin möglich, die PrEP auf eigene Kosten (Baratung, Untersuchungen und Privatrezept) bei den entsprechenden Ärzten/Ärztinnen zu erhalten. 

Ob bzw. wenn die PrEP für dich in Frage kommt, solltest du mit einem auf HIV spezialisierten Arzt oder mit einem Berater in einer Beratungseinrichtung darüber sprechen. In Hamburg kannst du dich bei Hein & Fiete jeden Montag von 16 bis 20 Uhr beraten lassen.
Von Selbstversuchen raten wir dringend ab, denn ohne ärztlichen Rat und Begleituntersuchungen birgt die PrEP erhebliche Risiken.

Nützliche PrEP-Tools
Damit du über den Ablauf, Termine, Werte und die Einnahme die Kontrolle hast, können wir dir 2 Möglichkeiten empfehlen:

  • den "PrEP-Check". Das ist ein kleines Heft, in das du alle Daten eintragen kannst. (siehe unten)
  • die "prepared" App. Wenn du alle Daten einträgst, erinnert dich die App an die Einnahme, aber auch an die Termine beim Arzt. Die App kannst du hier downloaden:

 

Stand: Juni 2020

Quelle: 0314 HIV Report.de der Deutschen Aids Hilfe e.V. / www.PrEP.jetzt / aidshilfe.de

Materialien
Broschüre

Dieses Heft bekommst du bei uns, wenn du dich für PrEP entschieden hast. Es kann dir helfen, den Überblick über deine PrEP zu behalten. In diesem Dokument können alle Ergebnisse notiert werden, so dass du und deine Ärztin/dein Arzt immer Bescheid wisst.